Kehrwoche: Schwäbischer SPD-Politiker Harald Güller fegt Google Street View weg

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Am 30. April haben wir hier bereits über Google Street View berichtet. nach der Ankündigung, dass Google seinen Street View-Dienst nun in Kürze in Deutschland freischalten will, geht die Stimmung hoch. Jetzt hat auch Harald Güller, parlamentarischer Geschäftsführer der Bayern-SPD im Landtag angekündigt, dass er gegen die Abbildung seines Hauses bei Google Einspruch einlegen wird. „Ich bin gegen Google Street View und werde die Möglichkeit wahrnehmen, Einspruch einzulegen. Der Schutz der Privatsphäre muss gewährleistet sein,“ so Güller. Der SPD-Fraktionsgeschäftsführer, der auch schwäbischer SPD-Chef ist, startet dazu eine Initiative in Schwaben: „Die Überwachungs-Maschinerie von Google Street View muss gestoppt werden.“

Vorerst muss ich Harald Güller keine Sorgen machen: schwäbische Häuslesbauer werden mit Start des deutschen Google Street View vorerst nur in Stuttgart erfasst. In Bayern trifft es anfangs nur München und Nürnberg.

Doch kann – wer will – heute schon bei Google Einspruch dagegen einlegen, dass eines Tages sein Haus und Hof bei Google Street View im Internet erscheint. Die bayerische SPD hat hierfür ein Musterschreiben im Word-Format erstellt (hier zum Download): Einfach ausfüllen und an die im Brief bereits ausgedruckte Adresse schicken.

Einen recht vernünftigen Artikel zu Street View gab es vor kurzem im Online-Teil der Süddeutschen Zeitung unter dem ein wenig reißerischen Titel „Auch nackt erkennbar„.

Dachauer Jungfilmer interpretiert berühmte Reichstagsrede von Otto Wels

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Am 23. März 1933 wurde in der Berliner Kroll-Oper eine der vermutlich berühmtesten Parlamentsreden der deutschen Geschichte gehalten: Otto Wels, seit 1919 Vorsitzender der SPD und seit 1920 Reichstagsabgeordneter begründete vor den demokratisch gewählten Abgeordneten die Ablehnung des Ermächtigungsgesetzes. Dieses Gesetz sollte die Diktatur der NSDAP juristisch legitimieren, indem sich der Reichstag selbst entmachtete. Nur die 94 anwesenden Abgeordneten der SPD stimmten gegen die Gesetzesvorlage. Zahlreiche Sozialdemokraten und alle kommunistischen Abgeordneten waren zu diesem Zeitpunkt bereits von den Nazis verhaftet und eingesperrt worden.

Der Jungfilmer Moritz Ermert aus Odelzhausen bei Dachau hat diese berühmte und so wichtige Rede „nachgedreht“.  Otto Wels wird verkörpert von Karl Kühbandner, vielen Landkreisbewohnern als Kleinkünstler und noch vielen mehr als langjähriger Lehrer am Josef-Effner-Gymnasium bekannt.

Otto Wels – HFF Muc from Motion Esthetics on Vimeo.

Der berühmteste Satz aus dieser Rede lautet: „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, unsere Ehre nicht!“

Sehenswert!